In den letzten Jahren wurde viel über die Abschaffung von Drittanbieter-Cookies gesprochen. Webbrowser wie Apples Safari und Mozillas Firefox haben bereits Schritte unternommen schwerwiegend die Verwendung von Drittanbieter-Cookies einschränken. Googles Chrome dies war ebenfalls vorgesehen. Es scheint jedoch, dass diese Pläne nun erheblich geändert oder vielleicht ganz verworfen wurden.
Unser Mitgründer, Rob Ottens, hat einen Artikel vorbereitet, der Licht auf die jüngsten Nachrichten von Google bezüglich Drittanbieter-Cookies wirft. Lesen Sie weiter!
Was ist ein Drittanbieter-Cookie?
Um die Auswirkungen dieser Entscheidungen besser zu verstehen, ist es gut zu wissen, was ein Third-Party-Cookie eigentlich ist. Cookies selbst sind kleine Dateien, die im Browser platziert werden, um bestimmte Daten für bestimmte Funktionen zu speichern (z. B. um Sie auf einer Website angemeldet zu halten oder Ihren Warenkorb zu speichern, während Sie in einem Online-Shop surfen). Wenn der Cookie von der Website selbst platziert wird, handelt es sich um einen First-Party-Cookie.
In der Werbung können Cookies eine persönliche ID speichern, die dann mit Ihrem Benutzerprofil in einem Werbesystem verknüpft werden kann. Das bedeutet, dass Google, Amazon und andere bauen ein Profil über dein Surfverhalten, das Werbetreibende nutzen können, um gezielte personalisierte Anzeigen bei dir zu schalten. Ein sehr sichtbares Beispiel dafür ist, wenn du in einem Online-Shop nach Schuhen suchst und in den nächsten Tagen eine Fülle von Werbung für genau dieses Paar Schuhe siehst. Der Cookie mit dieser persönlichen ID wird von einem externen Skript auf der Website platziert (der R89 Single Tag ist ebenfalls ein externes Skript) und ist ein Third-Party-Cookie.
Warum all die Sorge wegen Third-Party-Cookies?
Mit dem zunehmenden Fokus auf Benutzerdatenschutz wurden Third-Party-Cookies in den letzten Jahren zu einem zentralen Thema. Dies liegt daran, dass Werbesysteme durch deren Nutzung persönliche Profile erstellten, was zunehmend als besorgniserregend angesehen wird.
Um diese Besorgnis auszuräumen, haben einige Webbrowser Drittanbieter-Cookies eingeschränkt, z. B. Safari und Firefox. In ihrer Konfiguration ist die Verwendung von Drittanbieter-Cookies sowie die Dauer, für die sie im Browser verbleiben, eingeschränkter, wodurch die Möglichkeit entfällt, Nutzerprofile zu erstellen und auf diese Weise personalisiertere Werbung zu schalten. Dies hat dazu geführt, dass die CPM-Raten in diesen Browsern gesunken sind.
Was waren Googles Pläne?
Google wollte eine ähnliche Einschränkung für Drittanbieter-Cookies ursprünglich bereits 2022 einführen. Diese Frist wurde auf 2023, dann auf 2024 verschoben, und nun scheint es, dass die Pläne ganz aufgegeben werden könnten.
Da Google selbst von Anzeigen lebt (im Gegensatz zu Apple und Mozilla), bestand sein Plan darin, den Drittanbieter-Cookie durch die Privacy Sandbox zu ersetzen. Dies ist ein System innerhalb des Chrome-Browsers selbst, das bestimmte Daten auf der Grundlage der Browsing-Historie des Nutzers sammelt und diese an den Ad-Server in einer anonymisiert weise und erlaubt es Werbetreibenden dennoch, semi-personalisierte Zielgruppenansprache durchzuführen.
Warum die Änderung?
Die Privacy Sandbox befindet sich seit Anfang dieses Jahres in der Testphase. Dies hat bei Regulierungsbehörden, Werbeverbänden und Publishern Bedenken ausgelöst, dass die Umstellung auf die Privacy Sandbox die Funktionalität von Drittanbieter-Cookies nicht angemessen und auf eine datenschutzfreundlichere Weise ersetzen würde. Tests von Criteo deuteten darauf hin, dass sich Googles Marktanteil bei der Online-Werbung dadurch erheblich erhöhen würde, während Tests von Publishern einen Rückgang ihrer Einnahmen um 20 bis 34 Prozent ergaben. Regulierungsbehörden (insbesondere im Vereinigten Königreich) befürchteten, dass die Privacy Sandbox einen unfairen Vorteil für Google auf dem Online-Werbemarkt bedeuten würde.
Das Feedback und die Bedenken dieser Parteien scheinen Google dazu veranlasst zu haben, seine Haltung zu ändern.
Und was nun?
Es ist noch viel unklar. Was wir wissen ist, dass Google vorschlägt, Third-Party-Cookies auf absehbare Zeit beizubehalten. Dies wurde vom Vizepräsidenten der Privacy Sandbox gesagt. Offizieller Blog:
Wir schlagen einen aktualisierten Ansatz vor, der die Wahlmöglichkeiten der Nutzer erweitert. Anstatt die Cookies von Drittanbietern einzustellen, würden wir eine neue Funktion in Chrome einführen, die es den Nutzern ermöglicht, eine informierte Wahl zu treffen, die für ihre gesamte Webbrowsing-Erfahrung gilt und die sie jederzeit ändern können.
Es scheint, als würde Google die Cookies von Drittanbietern beibehalten, aber ein benutzerfreundlicheres System einführen, mit dem der Nutzer diese auf Wunsch einschränken kann. Wie das konkret aussehen würde, ist noch unklar.
Eine Möglichkeit ist eine Nachricht bei der Browserinstallation, bei der der Benutzer die Wahl hat, diese zu akzeptieren oder nicht, ähnlich einer Einwilligungsmeldung. Weitere Details hierzu werden voraussichtlich in den kommenden Monaten veröffentlicht.
Was bedeutet das für unsere Publisher bei Refinery?
Für die nahe Zukunft bedeutet dies, dass alles beim Alten bleibt und es keine Auswirkungen auf die Verlage geben wird. Keine Sorge, wir werden die Situation im Auge behalten und bei Änderungen sofort angemessen reagieren. In der Zwischenzeit stehen wir Ihnen bei Fragen gerne zur Verfügung., Zögern Sie nicht, mich zu kontaktieren!







